Die Kurzversion

Die Kurzversion

Die Geschichte des Wohnwagons Ananda

Die ganze Geschichte im Buch – die Kurzversion hier

14. Juni 2020

Während um mich herum noch Kontaktbeschränkungen, Arbeitslosigkeit und teilweise auch Fassungslosigkeit den Tagesablauf bestimmen, bereite ich mich auf etwas ganze Neues in meinem Leben vor: die Aufgaben einer „Bauherrin“, obwohl mein Haus schon lange gebaut wurde. Ich halte tatsächlich die Genehmigung in den Händen, ich darf mein Tinyhouse ganz offiziell als Gebäude Klasse 1 in den elterlichen Garten stellen. Das ist ein Wunder, es ist absolut magisch. Allerdings ist dieses Wunder mit vielen Aufgaben verbunden. Insgesamt sieben Firmen wollen beinahe gleichzeitig organisiert werden, damit irgendwann heuer im Sommer dies alles geschehen kann:
Gräben für Wasser- und Kanalrohre graben, Leitungen legen, Stellfläche auskoffern und mit Kies verdichten, zwei neue Parkplätze auf dem Grundstück bauen und nachweisen, Einmessung, Standsicherheitsüberprüfung, der Transport hier her, der Kran, um die Ananda über den Zaun zu heben, das Team der Herstellerfirma, um in zwei Tagen ab- und wieder aufzubauen…
Und wieder weiß ich im Grunde nichts, kann nur alles auf mich zukommen lassen und weiterhin alles in Band 2 notieren…

16. Mai 2020

Beltane in der AnandaNiemand konnte vorhersehen, dass sich eine „Pandemie“ namens Corona so immens auf die ganze Erde auswirken könnte. Ich schwebe in einer Blase des Nichtwissens. Meine Kursangebote mussten alle abgesagt werden, ich habe keine Ahnung, ob und wie es in ein paar Wochen oder Monaten weiter gehen kann. Ich habe am 18. März meinen Bauantrag für eines der Grundstücke abgegeben, ich bin immer noch geduldig und zuversichtlich, denn durch die allgemeine Wirrniss verzögern sich auch Bauanträge…
In der Zwischenzeit habe ich begonnen, einen Film über meine Ananda zu drehen. Teil eins und zwei sind bereits abgedreht und behandeln den Fortschritt von der Idee bis zum Winterstellplatz sowie einen Video-Rundgang, weil ich ohnehin keinen realen Besuch einladen „dürfte“. Zum einen wegen der „Pandemie-Maßnahmen“, zum anderen, weil die Ananda nur als LKW-Anhänger abgestellt ist. Der dritte Teil wird den Umzug zeigen. Nach den Video-Aufnahmen habe ich an Beltane laut gesungen und getanzt, alles ist bereit für einen Umzug… Außerdem habe ich mich dafür geöffnet, meine persönlichen Betrachtungen als Barbara Regenbogenfrau online zu stellen. Sobald ich aus meiner Nichtwissens-Blase heraus etwas Neues erfahre, teile ich es an dieser Stelle mit.

11. März 2020

Ich bin dem Winter dankbar, dass er sich heuer sehr mild zeigt. Es reicht aus, wenn ich einmal pro Woche zu Ananda fahre und den Pufferspeicher über meinen wassergeführten und inzwischen abgenommenen Holzherd beheize, um damit den Technikraum sieben Tage lang ausreichend zu erwärmen. Mittlerweile habe ich in zwei oberbayerischen Städten jeweils ein Grundstück in Aussicht, das für meine Ananda in Frage kommt, weil die beiden Plätze keiner Ortsgestaltungssatzung unterliegen! Außerdem habe ich eine Architektin damit beauftragt, alle nötigen Berechnungen für einen eventuellen Bauantrag vorzunehmen. Es ist gerade unglaublich spannend, weil sich alles so stimmig anfühlt. Ich habe jetzt nicht nur ein eigenes Haus auf Rädern, ich habe auch eine Architektin beauftragt – beides ist völlig neu für mich. Zudem habe ich mich dafür geöffnet, einen Tinyhouse-Zirkel ins Leben zu rufen. Bei diesem Zirkel stelle ich mein Wissen und meine Erfahrungen zur Verfügung, lasse mich interviewen, lese gerne auch aus dem Band 1 vor und tausche mich mit Menschen aus, die ebenfalls vom Thema Tinyhouse und Minimalismus infiziert sind. Termine für den Tinyhouse-Zirkel findest Du auf meiner Terminseite.
Ananda schreibt im Übrigen bereits seit Anfang Dezember an ihrem Band zwei unserer Geschichte. Lassen wir uns also überraschen!

23. Januar 2020

Für mein Tinyhouse Ananda hat sich nicht viel verändert in den letzten sechs Wochen. Allerdings läuft es jetzt im Wintermodus 1, das bedeutet, dass nur noch der Technikraum zwischen den Radachsen, in dem sich der Akku befindet, minimal beheizt wird. Alles andere ist so kalt wie der Winter selbst. Der Bau des Tinyhause-Dorfes nähe Neuburg zieht sich weiter in die Länge, man spricht jetzt schon von Frühling 2021…
Unsere große Freude ist das neue Buch, das seit 14. Januar sowohl im Eigenverlag als auch über Amazon erhältlich ist. Alles andere ist weiterhin offen, sehr nebelhaft und nicht vorhersehbar. Wir bleiben dran!

8. Dezember 2019

Wohnwagon Ananda am AbstellplatzMein Wohnwagon Ananda steht als LKW-Anhänger auf einem gewerblichen Grund abgestellt. Wohnen oder darin leben darf und kann ich dort nicht. Immerhin konnte ich in den letzten Wochen die Inneneinrichtung vollenden und meine Dusche bemalen. 1-2 Mal in der Woche fahre ich hin, schaue nach dem Rechten, kontrolliere das Heizsystem. Während ich momentan über externen Strom heize, weil der Holzherd noch nicht abgenommen ist und die Solaralnage im Winter alleine es nicht schafft, strecke ich weiterhin alle Fühler aus. Auch eine 2. Anzeige brachte keine neuen Ergebnisse: ich bekomme für meine Ananda mit ihren Rundungen, dem Satteldach und dem erhöhten Eingangsbereich auf Grund der „Ortsgestaltungssatzungen“ im südlichen Oberbayern keine Genehmigung. Das Tinyhouse-Dorf bei Neuburg durchläuft weitere Tinyhouse TatsachenGenehmigungsverfahren und Gremien, es verzögert sich von Mal zu Mal mehr. Derzeit lautet die Prognose, dass es frühestens im Herbst 2020 beziehbar sein wird. Das ist noch ein Jahr…

Mein Wohnwagon ist fertig eingerichtet, beziehbar, bewohnbar. Theoretisch. Praktisch sind alle Gesetze dagegen. Mir bleibt nichts anderes, als Zuversicht und Vertrauen, dass wir unseren heiligen Platz bald bekommen.
Eine gute Nachricht gibt es dennoch:
Im Januar 2020 kommt Anandas Buch über ihre Geschichte aus ihrer Sicht heraus. Vorbestellbar ist es ab sofort.

28. September 2019

Ich habe drei Wochen lang eine Anzeige im Wochenblatt geschaltet. Sieben Personen haben sich gemeldet und bieten mir Baugrund zur Pacht auf ca. 5-10 Jahre an. Drei Plätze kommen theoretisch in Frage. Die Grundbesitzer machen sich demnächst auf den Weg zur jeweiligen Gemeinde, um abzuklären, ob und unter welchen Bedingungen ich dort stehen kann und darf. Bekomme ich eine Baugenehmigung? Darf ich anstelle eines größeren, bereits geplanten Gebäudes stehen? Geht das auch ohne Satteldach und ohne Fensterkreuze im südlichen Oberbayern? Gibt es Alternativen? Es bleibt spannend und ich vertraue noch immer voller Zuversicht darauf, dass ich unseren heiligen Platz bekomme.

27. August 2019

Alles ist ganz anders gekommen. Vor einer Woche habe ich erfahren, dass das Tinyhouse-Dorf Nähe Neuburg frühestens im Frühjahr 2020 gebaut wird, und dass ich nicht vorab schon dort stehen darf. Eine mögliche Alternative, ein geplantes Tinyhouse-Dorf unterhalb von Salzburg in Österreich wurde zu unserem Bedauern komplett aufgegeben. Alles ist wieder offich besuche meine Anandaen. Ich schaue mich nach Alternativen um. Doch alle Möglichkeiten, die ich im Internet entdecke, scheiden aus unterschiedlichen Gründen aus.
Ich entschließe mich dazu, meine Ananda in Gutenstein zu besuchen, zu riechen, zu fühlen, zu erleben. Sie ist beinahe fertig, als ich nach einer achAugsut 2019, zum ersten Mal in meiner Anandastündigen Fahrt in fünf verschiedenen Zügen und Bussen ankomme. Ich fühle mich sofort wohl in meinem mobilen Heim, auch wenn es noch nicht ganz fertig ist und in einem anderen Land steht. Zwei Nächte und zwei Tage bleibe ich da, schlafe schon in meinem neuen Heim und bleibe zuversichtlich, dass ich meinen heiligen und dennoch legalen Platz im Heimatlandkreis finde.

10. August 2019

Ich werde fleißig mit Fotos aus Niederösterreich versorgt. Alles geht jetzt sehr schnell. Der Erker, der Boden, die Fenster sind schon drin, die Solaranlage ist schon auf dem Dach und die Außenfassade wird bereits montiert. Der Tischler baut schon das Bett und die Küche ein, der Herd kommt auf einer Palette an und ich weiß, dass ich in wenigen Wochen mit meinen 1200 Teilen in die Ananda als Zweitwohnsitz einziehe. Was für ein wunderbares Wunder!

Juni 2019

Ich besitze noch ca. 4000 private Gegenstände und 3000 Produkte im Verlag. Noch immer zu viel, um damit komplett in die Ananda umzuziehen, doch langsam sehe ich Licht am Ende des Tunnels. Außerdem habe ich die schriftliche Bestätigung des Grundbesitzers Nähe Neuburg, dass das Tinyhouse-Dorf im Herbst gebaut werden soll, und ich auf jeden Fall ab September dort stehen kann. Und die Ananda ist schon sehr fortgeschritten.

21. Mai 2019

Der wichtigste Tag im Leben von Ananda: heute ist Baubeginn. Nachdem die 2. Rate bezahlt wurde, geht es heute los. Der Boden, die Wände, das Dach. Ich habe Herzklopfen und bin ganz neben der Spur. Nach fast zwei Jahren wird jetzt wirklich gebaut! Leider wartet der Grundbesitzer Nähe Neuburg noch auf einige Antworten von Gremien, ist jedoch guter Dinge, dass er das Dorf nun bald bauen und ich im Sommer 2019 einziehen kann.

Modell Wohnwagon Ananda 12-2018Dezember 2018

Ich baue aus Pappe und Papier ein Modell meiner Ananda im Maßstab 1:20 das mich inspiriert und beflügelt. Wenn ich durh die Fenster fotografiere, schauen die Bilder beinahe echt aus. Ich fühle mich darin sehr wohl, alles st so, wie es dann in Echt auch wird, jedes Möbel, die Lampen und Teppiche, die Farben und Formen. Die Ananda ist indessen im Winterschlaf…

September 2018

Ich sehe auf eBay Kleinanzeigen, dass jemand in Bayern ein Tinyhausdorf bauen will. Ich melde mich sofort. Es ist im obersten Zipfel von Oberbayern, in der Nähe von Neuburg an der Donau – im Urdonautal. Noch ist hier nur ein großer Acker, doch bald sollen sich die Pläne des Besitzers verwirklichen, einen Platz für ca. 20 Tinyhouses zu bauen. Zwar sind das immer noch 145 Kilometer einfache Fahrt, doch nehme diese gern auf mich, um endlich einen Platz zu haben.  Ich lasse mir sofort eine Ecke reservieren und warte geduldig.

August 2018

Die Suche nach einem legalen Stellplatz für mein künftiges Heim zieht sich. Ich habe angefragt bei einer Gutsbesitzerin, einer Gärtnerin einem Winzer und einer Gemüsebäurin. Zwei der Angeschriebenen wären sofort bereit, mich zu unterstützen, doch die Gesetze sind allesamt dagegen. Ich erkundige mich überall, rede mit Bauamtsleitern, schreibe an Bürgermeister, tausche mich mit anderen Tinyhaus-Planerinnen aus, frage bei Veranstaltungen nach, ob jemand einen Baugrund besitzt, den er erst einmal nicht bebauen will, und den er für eine temporäre Nutzung zur Verfügung stellt. Es ist so, als würde ich versuchern, das Meer mit der Hand auszuschöpfen – es rinnt mir alles durch die Finger.

Mai 2018

Ich habe im Bekanntenkreis ein privates Darlehen mit moderaten Rückzahlungsraten bekommen! Ich kann den Plan in Auftrag geben, die erste Rate von insgesamt vieren überweise ich noch diesen Monat von meinem eigenen Ersparten. Alles andere wird dann vom Darlehen mitgetragen. Jetzt fehlt nur noch ein schöner, grüner, ruhiger und legaler Platz, am liebsten hier im Heimatlandkreis TÖL, ein heiliger Platz im Loisachtal für mich und die Ananda – so heißt mein Wohnwagon.

April 2018

Fast ein Jahr ist vergangen, ich bin noch nicht wirklich weiter gekommen. Der Plan für meinen Wohnwagon ist fertig, doch alles andere in der Warteschleife. Ich habe selbst nur ein Viertel des Gesamtpreises, und benötige noch 100.000 Euro dazu. Alles, was meinem Verstand einfiel, um an eine solche Summe zu gelangen, funktioniert bisher nicht. Ich bekomme als freischaffende Künstlerin keinen Kredit bei der Bank, und wenn ich ihn bekäme, könnte ich ihn nicht wirklich abzahlen. Ein geplantes Crowdfunding klappte nicht. Lotto und weitere Glücksspiele haben sich mir verweigert. Mir bleibt noch eine Möglichkeit: ich frage Privatperonen, ob sie mir irgendwie helfen können…

Zum ersten Mal im WohnwagonJuli 2017

Ich nächtige jeweils einmal im großen Wohnwagon Fanni und im kleinen Karl in Österreich. Schon als ich die Fanni betrete, weiß und spüre ich: das ist Meines – so wohne ich auch bald. Das Holz, die Farben, die Raumaufteilung, der Lehmputz, der Geruch und wie sich der Boden unter meinen Fußsohlen anfühlt… das ist genau meine Wellenlänge! Deshalb lasse ich einen Plan anfertigen. Ganz egal, wann immer ich ihn realisieren werde, er ist bis dahin sicher fertig.

Die Minimierung meiner Besitztümer und Verlagsprodukte schreitet jedoch nur langsam voran. Der Wohnwagon ist zudem sehr teuer, ich habe nur einen kleinen Bruchteil der Gesamtsumme zur Verfügung. Die Gesetze in Deutschland lassen kaum Freiraum für legale Stellmöglichkeiten. Es heißt jetzt: das Geld aufzutreiben und den Stellplatz wie die Nadel im Heuhaufen zu finden.

Der Wohnwagon...8. Juni 2017

Ich habe mir das Buch „Einfach leben“ von Lina Jachmann gekauft. Ganz hinten in der Lektüre blättere ich plötzlich um und sehe den Wohnwagon. Er hat eine Solaranlage auf dem Dach, verfügt über Komposttoilette und Grünkläranlage sowie über einen Wasser geführten Holzofen, der die Zentralheizung speist. Seine Rundungen sind mit Lehm verputzt, der Erker hat drei runde Fenster, und die Wohnfläche beträgt ca. 31 m². Das reicht mir in Zukunft ganz sicher. Das golden leuchtende Lärchenholz der Außenfassade gefällt mir auch.
Ich bin sofort begeistert und in Liebe entbrannt. Ich spüre, so werde ich künftig wohnen. Ich beginne, ganz geziehlt zu minimieren. Ich mache eine Privatinventur und die Inventur meines kleinen Eigenverlags. Ich habe ca. 12.000 private Dinge im Besitz und auf dem Dachboden lagern ca. 9000 Bücher und CDs, die teilweise seit vielen Jahren oder Jahrzehnten auf Käufer warten. Es ist an der Zeit, vieles loszulassen!

2015/16

Ich bin fast 50 Jahre alt, unruhig, unentschlossen. Ich möchte aus der Stadt hinaus in eine ruhige, grüne Gegend. Ich habe keine Ahnung, wie das gehen könnte. Alles, was ich kenne, spricht mich nicht an. Neue Wohnung mieten, in einer WG leben, in eine Jurte oder einen Bauwagen ziehen… Ich beginne dennoch, meine unendlich vielen Besitzrümer und Habseligkeiten zu minimieren